Aber noch immer wenige Frauen in der Führungsebene
In der Humanmedizin steigt der Frauenanteil seit den 1980er Jahren an. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der Studienanfängerinnen und -anfänger, aber auch der Berufseinsteigerinnen und -einsteiger weiblich. Doch an der Spitze ist die Luft für Medizinerinnen noch immer sehr dünn.
1998 immatrikulierten sich in Deutschland laut Statistischem Bundesamt (destatis) erstmals genauso viele Frauen für Humanmedizin wie Männer. Acht Jahre später waren bereits 60 Prozent aller Medizinstudierenden und fast 63 Prozent der Erstsemester in diesem Fach weiblich. Auch der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzte steigt stetig an, so die Zahlen der Bundesärztekammer (BÄK). An den Erstmeldungen bei den Ärztekammern hatten Ärztinnen 2007 einen Anteil von fast 57 Prozent. Insgesamt lag der Frauenanteil an allen berufstätigen Ärztinnen und Ärzten im Jahre 2007 bei gut 40 Prozent. Allerdings sind Frauen in Leitungspositionen in der Medizin immer noch die Ausnahme: In den Chefarztpositionen der Krankenhäuser fanden sich 2007 nur gut 11 Prozent Frauen (BÄK). An den Universitäten besetzten Medizinerinnen im Fachbereich Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften 2006 lediglich 9 Prozent der C4- und C3-Professuren (destatis).
Vor allem in der Phase zwischen Promotion und Habilitation werden Medizinerinnen von ihren männlichen Kollegen abgehängt, stellte die Bund-Länder-Kommission (BLK) in ihrem Bericht „Frauen in der Medizin“ (2004) fest. Zwischen diesen beiden wissenschaftlichen Qualifikationsstufen sinkt der Anteil der Medizinerinnen um 25 Prozentpunkte.
In den Führungsgremien der Kassenärztlichen Vereinigungen oder bei den Ärztekammern sind Frauen ebenso eine Seltenheit wie in bestimmten medizinischen Gebieten. In der Inneren Medizin liegt der Ärztinnenanteil bei 28 Prozent, in der Chirurgie gibt es sogar nur 15 Prozent Chirurginnen (BÄK). Mit Dr. Doris Henne-Bruns, Professorin für Visceral- und Transplantationschirurgie und Unterstützerin von frauenmachenkarriere.de, erhielt im Jahr 2001 die erste Frau einen C4-Lehrstuhl in Chirurgie in Deutschland. Doch selbst im Fach Frauenheilkunde, in dem immerhin über die Hälfte der Ärzteschaft weiblich ist (BÄK), kam erstmals 1999 eine Frau bei der Besetzung einer C4-Professur zum Zuge.
Quelle: Frauen machen Karriere